Litauen. Wo ist das nochmal?

Ein Reisebericht.

6 Apr

Von Mitte März bis Anfang April habe ich meinen Freund im Auslandssemester in Litauen besucht. Dort war ich in der Hauptstadt Vilnius. Damit jetzt nicht alle google befragen müssen: Litauen ist da oben rechts irgendwo, hinter Polen, wo auch Estland, Lettland und die ganzen anderen Länder sind, von denen noch nie jemand etwas gehört hat.

Während der drei Wochen, die ich dort war, habe ich mich natürlich ein bisschen umgesehen, die lokale Gastronomie ausgiebig getestet und mich sogar motivieren können, ein paar Fotos zu machen.

 

Kleiner fotografischer Rundgang

Kleine Stadtübersicht. So sieht es im größten Teil der Stadt aus. Sehr viele Kirchen, die meisten Gebäude sind schon etwas älter bis seeeeehr alt.

Kleine Stadtübersicht. So sieht es im größten Teil der Stadt aus. Sehr viele Kirchen, die meisten Gebäude sind schon etwas älter bis seeeeehr alt.

 

Aber Business-Viertel kann man auch in Litauen.

Aber Business-Viertel kann man auch in Litauen.

 

Alle wichtigen und großen Gebäude in der Innenstadt haben irgendwo Säulen. Hier das Rathaus.

Alle wichtigen und großen Gebäude in der Innenstadt haben irgendwo Säulen. Hier das Rathaus.

 

Die Kathedrale...

Die Kathedrale…

 

Oder die Philharmonie.

Oder die Philharmonie.

 

In der Innenstadt von Vilnius begegnet man vielen Statuen und Denkmälern.

In der Innenstadt von Vilnius begegnet man vielen Statuen und Denkmälern.

 

Kirchen können sie auch, die Litauer.

Kirchen können sie auch, die Litauer.

 

Viele Kirchen.

Viele Kirchen.

 

Hier nur eine kleine Auswahl, wenn ich alle Kirchen hätte fotografieren wollen, hätten drei Wochen Aufenthalt vermutlich gerade so gereicht.

Hier nur eine kleine Auswahl, wenn ich alle Kirchen hätte fotografieren wollen, hätten drei Wochen Aufenthalt vermutlich gerade so gereicht.

 

Das waren bisher nur die schönen Seiten von Vilnius. Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass es oft eher so aussieht.

Das waren bisher nur die schönen Seiten von Vilnius. Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass es oft eher so aussieht.

 

Oder so.

Oder so.

 

Dafür gibt es wenigstens Streetart, damit sieht auch das verfallenste Gebäude irgendwie gut aus.

Dafür gibt es wenigstens Streetart, damit sieht auch das verfallenste Gebäude irgendwie gut aus.

 

Zum Aufenthalt und zum Land selbst gibt es nach drei Wochen natürlich auch Einiges zu erzählen. Zunächst einmal: falls ihr mal nach Litauen wollt, tut euch selbst einen Gefallen und fahrt nicht schon im März. Es war ein kleines bisschen kalt.

Wirklich nur ein bisschen.

Wirklich nur ein bisschen.

 

Essen, shoppen und sprechen

Litauen hat den großen Vorteil, dass man hier wirklich günstig essen gehen kann. Teilweise ist das Essen im Restaurant sogar günstiger als selbst kochen. Das hat dazu geführt, dass wir wirklich sehr oft essen gegangen sind. Deshalb weiß ich jetzt, dass es sehr schwierig ist, in Litauen eine vernünftige Pizza zu finden, dass hier wirklich alles jede Menge Knoblauch enthält und der Käse fast immer nach nichts schmeckt. Wir haben tolles indisches Essen gegessen und auch die litauische Küche ist es wert, probiert zu werden. Es gibt eine eigene Restaurantkette namens Cili Kaimas, die litauische Küche anbietet. Außerdem gibt es so gut wie keine in Deutschland bekannten Restaurant- oder Fastfood-Ketten. Kein Starbucks, kein Subway, kein Pizza Hut, kein KFC. Lediglich McDonalds hat es bis hierher geschafft.

Völlig gegen jede meiner Erwartungen kann man hier wirklich gut shoppen. Es gibt keine Ketten wie H&M oder C&A, die in Deutschland sehr verbreitet sind, dafür aber andere Modeketten wie beispielsweise die polnische Kette Reserved, die mir persönlich auch in Deutschland viel lieber wäre als H&M. Günstiger als bei uns sind die Klamotten aber nicht.

Sehr angenehm in Litauen (zumindest in der Hauptstadt) ist, dass fast jeder wirklich gut Englisch spricht.. Fast alle Restaurants haben englische Karten und wenn es keine gibt, kann jeder Kellner sofort auf Englisch erklären, was auf der Karte steht. Das fand ich vor allem deshalb gut, weil ich mir auf Litauisch wirklich gar nichts merken, geschweige denn herleiten kann. In drei Wochen habe ich es gerade so geschafft, die Wörter für “ziehen” und “drücken” auf den Türen auseinanderzuhalten. Litauisch ist sprachlich sehr weit entfernt vom Deutschen, deshalb wäre man hier ohne Englisch wohl sehr schnell aufgeschmissen.

Merkwürdiges

Ein paar Merkwürdigkeiten sind mir natürlich auch aufgefallen. In Litauen weicht man nicht aus, wenn man sich auf der Straße als Fußgänger entgegen kommt. Entweder bin ich ausgewichen oder ich wurde angerempelt. Allerdings habe ich auch keine Litauer gesehen, die frontal zusammengestoßen sind, daher vermute ich ein ausgeklügeltes System, hinter das ich einfach noch nicht gestiegen bin.

Auf Sicherheit ist man hier nicht so bedacht. Treppengeländer sind eine echte Ausnahme (egal, wie lang die Treppe ist) und die meisten Treppen sind ehrlich gesagt in einem Zustand, in dem ein Treppengeländer extrem hilfreich wäre.

Treppengeländer sind hier wirklich nicht so beliebt.

Treppengeländer sind hier wirklich nicht so beliebt.

Auf der Straße kann man super in ein “Loch” fallen, das entweder zu einem Hauseingang oder einem Kellerfenster führt, aber in keinster Weise mit einem Geländer oder einem Gitter abgesperrt ist. Geräumt wird hier auch nur bedingt, das heißt bei Schnee und Eis sind die Bürgersteige sehr rutschig, prima zum filmreife Abgänge machen. Aber naja, die Litauer schaffen es irgendwie ohne hinzufallen, also blamieren sich bloß die anderen.

Es gibt kein (für deutsche Begriffe) anständiges Brot in Litauen. Wir haben ausgiebig gesucht, aber jegliches Brot ist hier mit so viel Kümmel verunstaltet, dass es nach nichts anderem schmeckt, egal mit was es belegt ist. Dafür gibt es ansonsten jede Menge deutsche oder englische Produkte in Supermärkten und Drogerien und alle ausländischen Produkte haben so einen lustigen Aufkleber, auf dem (vermutlich) die Zutaten nochmal auf Litauisch angegeben sind.

Sehr viele Dinge machen hier sehr merkwürdige Geräusche. Autos geben beim Abschließen ein nerviges Piepen von sich, außerdem hat offenbar jedes Auto eine Alarmanlage, die geschätzt alle 30 Minuten ohne Grund losgeht. Auch der Fernseher verfügt schon ohne jegliche Programme über Entertainment-Potenzial. Denn beim Ein- und Ausschalten gibt er ein Geräusch von sich, das wie ein Teil der typischen Tetris-Melodie klingt.

Soweit meine Erfahrungen. Wart ihr schon mal in Litauen, wollt ihr mal hin oder wolltet ihr schon immer mal etwas über Litauen wissen, was ich mit diesem Reisebericht beantworten konnte oder auch nicht?

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2 Responses to “Litauen. Wo ist das nochmal?”

  1. Jula 6. April 2013 at 20:52 #

    Also, wenn ich mir deine Bilder so ansehe, muss es da wirklich schön sein! Ich habe ein Herz für alte Städte und Gebäude! Ansonsten erinnert mich dein Bericht sehr an Polen. Wobei, ich glaube da tut sich der Ostblock nicht viel unterscheiden.

    Meine Familie stammt aus Polen und ich mag polnische Städte. Irgendwann möchte ich mal so eine Ostblock-Städte-Reise machen. :)

  2. Schnaeweisschen 8. April 2013 at 20:13 #

    Ich war auch schonmal in Litauen, allerdings während eines Schüleraustausches. Ich habe mich total in das Land verliebt! :)
    Englisch ist die zweite Amtssprache, deshalb spricht das fast jeder. Was mir aufgefallen ist, ist die gesellschaftliche Entwicklung… die hinken uns etwas hinterher, auch wenn die Verwestlichung deutlich wird. Aber das Heiratsalter ist z.B. sehr niedrig und auch sonst sind dort teilweise Dinge in Mode, die wir vor einigen Jahren schon hatten.
    Aber vor allem die Küstenregion ist eine Reise wert!

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